Seit 1984 betreuen wir im Südharz die Brutplätze bzw. Brutreviere von Rauhfußkauz (Aegolius funereus) und nach seiner Entdeckung 1994 auch die vom Sperlingskauz (Glaucidium
passerinum), der kleinsten Kauzart Europas.
Für den Rauhfußkauz wurden in 9 Revieren insgesamt 16 spezielle Nistkästen angebracht, die in jedem Jahr kontrolliert werden (Bild 1). Diese befinden sich in den Fichtenwaldgebieten entlang der
Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt.
Je nach Nahrungssituation brüten bis zu 8 Paare in den Nistkästen. Ursprünglich wurden zur Brut verlassene Schwarzspechthöhlen in alten Rotbuchenwäldern genutzt, jedoch sind in den letzten 20 Jahren viele dieser Buchenwälder abgeholzt worden.
Wesentlich schwieriger und aufwendiger ist die Kontrolle der Reviere des Sperlingskauzes. Seit der Entdeckung des ersten Brutplatzes im Forstrevier Birkenmoor sind in den folgenden Jahren nur
wenige Bruthöhlen gefunden worden.
Im Gegensatz zum Rauhfußkauz nimmt der Sperlingskauz keine Nistkästen an, sondern brütet in verlassenen Buntspechthöhlen in den Fichtenwäldern.
Die Betreuung des Sperlingskauzes im Südharz beschränkt sich derzeit auf die Kontrolle der Reviere, ob die Art anwesend ist. Insbesondere im Herbst in der Zeit von Ende September bis Mitte
Oktober ist die Suche sehr erfolgversprechend.
Während der Herbstbalz grenzen die Vögel ihre Reviere gegen Artgenossen ab und so kann man durch Nachahmen der Revierrufe den Sperlingskauz anlocken, so dass man diesen kleinen Kobold auch mal zu
Gesicht bekommt.
Es ist jedes Mal ein unvergessliches Erlebnis, wenn an einem klaren, kalten Oktobermorgen in den Wäldern die Hirsche röhren und nur wenige Meter entfernt der Sperlingskauz auf einem Fichtenwipfel
sitzt und ruft.
Die Betreuung der kleinen Kauzarten im Südharz wird vor allem durch Manfred Wagner organisiert. Interessierte Naturfreunde, die hier gern mitarbeiten möchten oder sonstige Fragen haben wenden
sich bitte an ihn unter:
Tel. 036331/ 311 70 oder per e-Mail an "[email protected]".
MANFRED WAGNER